Liechtenstein und IKRK verstärken gemeinsam den Klima- und Umweltschutz

Montag, 17.01.2022

Am Montag, 17. Januar besuchte Peter Maurer, der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) Liechtenstein. Höhepunkt des Besuchs war eine international übertragene Veranstaltung gemeinsam mit Regierungsrätin Dominique Hasler, an welcher Liechtenstein und das IKRK einen neuen Fonds unter dem Titel „IKRK-Transitionsfonds für Klima und Umwelt“ lancierten. Der neuartige Fonds soll dem IKRK unter anderem dabei helfen, 140‘000 Tonnen CO2 sowie 30-50 Millionen Franken an Energiekosten einzusparen.

Die öffentliche Veranstaltung in Vaduz stand im Zeichen der vielen Krisen und Konflikte auf dem Planeten und den Auswirkungen des Klimawandels auf die Lage von Menschen, die in Konfliktsituationen leben. Regierungsrätin Dominique Hasler, IKRK-Präsident Peter Maurer sowie Botschafter Manuel Bessler, Leiter Direktionsbereich für Humanitäre Hilfe der schweizerischen Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) wiesen auf die seit Jahren zunehmende Anzahl von Menschen, die in Notsituationen leben, hin. „Derzeit sind mehr als 274 Millionen Menschen – also mehr als 3 Prozent der Weltbevölkerung – auf humanitäre Hilfe angewiesen. Zum Vergleich: Anfang 2021 waren es noch 235 Millionen Menschen; und im Jahr davor 167 Millionen. Die Entwicklung geht offensichtlich in die falsche Richtung. Wir brauchen eine Trendumkehr!“, betonte Regierungsrätin Hasler in ihrer Rede. Die Redner waren sich einig, dass der Klimawandel diese Zahlen rasch weiter steigen lassen wird. Eine Trendumkehr lässt sich nur erreichen, wenn wir es schaffen, den Klimawandel einzudämmen.

Hierzu müssen alle ihren Beitrag leisten - auch humanitäre Akteure, wie das IKRK, tragen dabei eine Verantwortung. Mit ihren Hilfseinsätzen verursachen sie Treibhausgasemissionen und belasten so die Umwelt. Meistens fehlen humanitären Organisationen jedoch die finanziellen Mittel, um die Umstellung von fossilen Energieträgern (z.B. Dieselgeneratoren) auf erneuerbare Energien zu finanzieren. Der neue IKRK-Transitionsfonds für Klima und Umwelt (ICRC Climate and Environment Transition Fund, CETF), welchen das IKRK unter massgeblicher Mitarbeit Liechtensteins entwickelt hat, bringt hier einen Ausweg. In einer ersten Phase sollen mit diesem neuen Fonds die Energieversorgung der IKRK-Räumlichkeiten in 7 Staaten von Dieselgeneratoren auf Solarstrom umgestellt werden – und zwar dort, wo die Emissionen bisher am höchsten sind. Diese Räumlichkeiten befinden sich in Afghanistan, der Zentralafrikanischen Republik, der Demokratischen Republik Kongo, Irak, Nigeria, Südsudan und Jemen. Damit können innerhalb von 20 Jahren rund 140‘000 Tonnen CO2 und rund 30 bis 50 Millionen

Franken an Energiekosten eingespart werden. Das trägt zum Klimaschutz bei und hilft zudem dem IKRK dabei, seinen Fokus noch stärker auf seine humanitäre Arbeit zu legen.

Liechtenstein war der erste Staat, der einen Beitrag an den neuen Fonds beschlossen hat und wird in den Jahren 2022-2024 insgesamt 600‘000 Franken an den Fonds leisten. Der Fonds steht sowohl Staaten als auch Privaten für Beiträge offen. So lud Regierungsrätin Hasler an der Veranstaltung auch private Akteure aus Liechtenstein ein, einen Beitrag zu leisten. Neben Liechtenstein hat auch die Schweiz bereits beschlossen, den Fonds finanziell zu unterstützen.

Im Vorfeld der Veranstaltung wurde IKRK-Präsident Maurer auf Schloss Vaduz durch das Erbprinzenpaar zu einem Austausch empfangen. Anschliessend fand zudem ein Arbeitsgespräch mit Regierungsrätin Hasler statt, bei welchem die Bewältigung der aktuellen humanitären Krisen sowie die aktuelle und künftige Zusammenarbeit zwischen Liechtenstein und dem IKRK im Mittelpunkt standen.

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